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Was macht einen Digital Native aus?

Nicht ganz so traditionsträchtig wie die neuseeländischen Māori oder die Samen aus Fennoskandinavien, aber auf dem besten Weg dorthin, sind die digitalen Eingeborenen - die Digital Natives.


Als Digital Natives bezeichnet man Personen aus der Generation, die bereits von Kindesbeinen an mit den modernen Technologien konfrontiert wurde. Synonym wird manchmal sogar der Begriff “born digital” verwendet, welcher sich ursprünglich nur auf Medien und Kunst bezog, die digital entstanden sind. Das Antonym zum Digital Native bildet der Digital Immigrant, also derjenige, der erst als Erwachsener mit der digitalen Welt konfrontiert wurde.


Erstmalig in Zusammenhang der Digitalisierung wurde das Wort “native” von John Perry Barlow in seiner Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace von 1996 genutzt, in welcher er auf die Angst der Älteren anspielte, in der neuen Welt nur Immigranten zu sein, während ihre Kinder Eingeborene seien. 2001 prägte dann der Pädagoge Marc Prensky den vollständigen Begriff des Digital Native.


Meistens werden als Digital Natives die Angehörigen der Generation Y, auch Millennials genannt, bezeichnet. Als ältester Jahrgang dieser Generation wird 1980 benannt, doch zieht sie sich noch weiter bis in die späten 1990er. Das fasst augenscheinlich genau die Jahrgänge ein, die sich von klein auf mit neuesten Technologien auseinandersetzen konnten.


Zu ihrem Alltag gehörten schon früh ein Internetzugriff, E-Mails, Instant Messaging wie ICQ und Co. oder auch Computerspiele. Den Digital Natives wurden dadurch ganz neue Horizonte eröffnet. Man traf sich nicht mehr nur mit Schulfreunden und den Nachbarskindern, sondern konnte auch Leute mit gleichen Interessen über soziale Plattformen und schließlich auch über Online-Gaming kennenlernen.


Während Digital Immigrants noch URLs in ihre Notizbücher schrieben, um Websites wiederzufinden, knüpften Digital Natives schon internationale Kontakte.


Durch die frühe und immer intensiver werdende Auseinandersetzung mit modernen Techniken, änderten sich die Denkweisen der Digital Natives im Gegensatz zu ihren Vorgänger-Generationen deutlich. Neue Muster erschlossen sich und vor allem die Informationsverarbeitung änderte sich grundlegend. Informationen können nicht nur innerhalb von Sekunden empfangen werden, sondern sind auch allzeit abrufbereit, was eine Art von Multitasking erlaubt, die den Jahrgängen vor 1970 verwehrt war.


Digital Natives sind außerdem äußerst anpassungsfähig und handeln gerne schnell - auch, wenn dabei vielleicht ein Risiko besteht. Mit ihrer Risikobereitschaft im Hinterkopf, sehen sie ein Scheitern nicht mehr als das Ende an, sondern als Chance, die nächste Idee auszuprobieren. Das ist der Hauptgrund für Voraussagen wie die, dass sich in der Unternehmensführung der Zukunft einiges ändern wird, wenn Digital Natives in die Chefetagen aufsteigen.


Nicht besonders gut sind sie doch darin, im Internet seriöse Inhalte von unseriösen zu unterscheiden und diese kritisch zu analysieren. Das ist ein Beweis dafür, dass die Zugehörigkeit zu der Gruppe der Digital Natives tatsächlich weniger vom Alter und mehr vom persönlichen sozialökonomischen Hintergrund abhängig ist.


Genauso wie 1960 Geborene absolut versiert im Umgang mit Digitalem sein können, gibt es auch 1997 Geborene, die von dem neuen Bestell-Touchscreen bei McDonalds grenzenlos überfordert sind.


Gerade vor dem pädagogischen Hintergrund wird es deswegen immer wichtiger, dass Natives und Immigrants trotz aller Unterschiede beginnen, die gleiche Sprache zu sprechen, um mindestens Digitale mit doppelter Staatsbürgerschaft zu werden. In der Welt der Smart Boards noch mit Kreide auf Tafeln zu schreiben, ist nämlich höchstwahrscheinlich nicht die Sprache, mit der Lehrer Schüler heutzutage noch für eine optimale Bildung erreichen können.


Generell kann eine Zusammenarbeit zwischen Natives und Immigrants auf der Geschäftsebene große Vorteile bieten. Die aufstrebende Generation profitiert von den Erfahrungswerten und der Expertise der gestandenen, während andersherum die Jüngeren die Älteren agil halten und Innovationen vorantreiben.


Ein Digital Native wird also nicht nur über sein Geburtsjahr definiert, sondern auch über seinen geschulten Umgang mit den Technologien der neuen Welt. Im Gegensatz zum Digital Immigrant hat er den Wandel von einer Kultur in die nächste nicht miterlebt, sondern kennt nur die eine. Dementsprechend ist er gewillter, als Teil von ihr zu leben und sich ständig neu an sie anzupassen.